Buch-Review: Die Weisheit der Berge - Alan Watts
Meine Buch-Review zu: Die Weisheit der Berge von Alan Watts!
Autor: Alan Watts
Der britische Religionsphilosoph Alan Watts (1915–1973) zählt zu den einflussreichsten Vermittlern östlicher Weisheitslehren im Westen. Schon früh beschäftigte er sich intensiv mit Buddhismus, Taoismus und den spirituellen Traditionen Asiens. Sein besonderes Talent bestand darin, komplexe philosophische und religiöse Konzepte verständlich, lebensnah und oft mit einer Prise Humor zu erklären.
Nach seiner Übersiedlung in die USA entwickelte sich Alan Watts zu einem gefragten Redner, Autor und Denker. In seinen Vorträgen und Büchern setzte er sich mit Themen wie Bewusstsein, Selbstfindung, Meditation, Spiritualität und dem Verhältnis des Menschen zur Natur auseinander. Dabei hinterfragte er traditionelle westliche Vorstellungen von Identität und Erfolg und ermutigte seine Leserinnen und Leser, das Leben bewusster und gelassener zu betrachten.
Bis heute inspirieren seine Werke Menschen auf der ganzen Welt. Daher sind auch Bücher wie „Weisheit des ungesicherten Lebens“ aus dem Knaur Verlag, „Zen – Stille des Geistes“ aus dem Thesus Verlag, „Lebe jetzt! Der Weg der Befreiung“ aus dem Herder Verlag oder „Über den Geist hinaus“ aus dem O.W. Barth Verlag auch lange nach dem Tod von Alan Watts noch überaus gefragt.
Seine Gedanken über Achtsamkeit, innere Freiheit und die Verbundenheit allen Lebens haben Generationen von Lesern und Leserinnen geprägt und machen ihn zu einer der bekanntesten Stimmen im Dialog zwischen östlicher und westlicher Philosophie. – In dieser Buch-Review möchte ich das Buch „Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts ausführlich vorstellen, das Ende 2025 im Anaconda Verlag erschienen ist.
Inhalt: 6 Essays über den Buddhismus, seine Wurzeln, Lehren, Prinzipien & Unterschiede zu anderen Religionen
Das Buch „Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts ist mit nur etwa 130 Seiten eher kompakt gehalten und vereint insgesamt sechs Vorträge bzw. Essays von Alan Watts in einem interessanten Hardcover-Buch. Es handelt sich also nicht um ein Buch, das Alan Watts damals genauso zusammengestellt hat, sondern eben um ein post mortem zusammengestelltes Buch mit übersetzten Essays von Alan Watts, in denen dieser die indischen Wurzeln des Buddhismus beleuchtet. In der Einleitung zum Buch „Die Weisheit der Berge“ beschreibt Mark Watts – der Sohn von Alan Watts – das Buch aus dem Anaconda Verlag wie folgt:
„Der vorliegende Band enthält vier Vorträge, die Alan Watts während seiner Japanreise gehalten hat Aufbruch aus Indien, Der Mittlere Weg, Die Religion der Nicht-Religion und Buddhismus als Dialog -, sowie zwei Vorträge über den tibetischen Buddhismus, die 1969 auf Watts‘ Hausboot in Sausalito aufgezeichnet wurden, Die Weisheit der Berge und Die Überwindung der Dualität. Diese Auswahl gibt einen tiefen Einblick in die Entwicklung des buddhistischen Denkens sowie eine Einführung in einen der faszinierendsten Wege der Befreiung, die unsere Welt kennt.“
„Der Buddhismus ist ein Hinduismus, der sozusagen für den Export verschlankt wurde.“ – Alan Watts
Unterteilt ist das Buch „Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts wie bereits eingangs beschrieben in sechs Essays bzw. sechs Kapitel, die auf die ebenfalls bereits erwähnte vierseitige Einleitung von Mark Watts folgen. Während in der Einleitung der Buddhismus ganz allgemein sowie das Leben und Wirken von Alan Watts kurz umrissen wird, geht das erste Kapitel „Aufbruch aus Indien“ direkt stärker ins Detail. Auf rund 25 Seiten erklärt Alan Watts dabei, was der Buddhismus im Kern wirklich ist und wie er sich vor allem vom Hinduismus unterscheidet. Auf etwa 20 Seiten des zweiten Kapitels „Der Mittlere Weg“ vertieft er seine Ausführungen über die Lehren des Buddhismus und seine Praktiken.
Im dritten Kapitel „Die Religion der Nicht-Religion“ mit seinen etwa 20 Seiten sowie auch in den nachfolgenden Kapiteln geht Alan Watts immer wieder auch darauf ein, dass der Buddhismus mehr ein Mittel zum Zweck oder eine Philosophie als eine Religion ist und zieht dabei auch immer wieder Vergleiche zum Christentum. Das vierte Kapitel trägt den Titel „Buddhismus als Dialog“ und erklärt auf rund 20 Seiten unter anderem die Lernerfahrungen im Buddhismus und die buddhistische Sicht auf das Ego.
„Der Buddhismus hat keine Vorstellung und keinen Begriff von Gott, weil ihn Begriffe nicht interessieren. – Ihn interessiert nur die unmittelbare Erfahrung.“ – Alan Watts
Unter dem gleichen Titel wie das Buch selbst befasst sich Alan Watts im fünften Kapitel „Die Weisheit der Berge“ auf etwa 20 Seiten mit Themen, wie dem Perspektivwechsel, Meditation und buddhistischer Erleuchtung. Den Abschluss macht das ebenfalls wieder 20 Seiten starke Kapitel „Die Überwindung der Dualität“ geht unter anderem auf Anhaftung an Vergangenes und dem Weg zur Befreiung und zum glücklichen Leben ein.
Damit bietet das Buch „Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts einen interessanten und einfachen Einstieg in den indischen Buddhismus, der nicht nur die Wurzeln beleuchtet, sondern auch die Unterschiede zwischen dem Buddhismus und anderen Religionen klar herausstellt sowie zentrale Lehren und Prinzipien wie die Vier Edlen Wahrheiten und den Achtfachen Pfad leicht verständlich vermittelt. Dabei hat das Buch „Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts vielmehr Sachbuch-Charakter als Bücher wie „Das Geheimnis der Buddha-Katze“ von Aljoscha Long & Ronald Schweppe oder „Die Welt mit anderen Augen sehen“ von Paul Reps und Nyogen Senzaki.
„Jeder Mensch besitzt die Fähigkeit, aus der Illusion zu erwachen, einfach nur ein eigenständiges Individuum zu sein.“ – Alan Watts
Meine 5 Learnings
- Dein wahres Ich existiert ausschließlich im Jetzt – es ist unabhängig von alten Erinnerungen.
- Wir kennen uns selbst meist nur durch die Echos, die wir hervorrufen, und den Blick in die Vergangenheit.
- Das Ego existiert nicht, außer als Hirngespinst unserer Einbildungskraft.
- Es ist ein großes Spiel, so zu tun, als seien wir alle isoliert und getrennt voneinander.
- Wenn wir diese Illusion durchschauen, erwachen wir.
- Es ist ein großes Spiel, so zu tun, als seien wir alle isoliert und getrennt voneinander.
- Wahre Spiritualität basiert auf unmittelbarer Erfahrung, nicht auf starren Begriffen oder dem Ergründen von Originalquellen.
- Eine Religion ist wie ein Gerüst oder ein Boot: Sie ist eine Methode, um das andere Ufer zu erreichen.
- Ist das Gebäude vollendet oder der Fluss überquert, lässt man das Werkzeug hinter sich.
- Wer von einer Religion abhängig bleibt, sitzt für immer auf dem Floß und fährt nur hin und her.
- Eine Religion ist wie ein Gerüst oder ein Boot: Sie ist eine Methode, um das andere Ufer zu erreichen.
- Wenn man versucht, das Begehren auszulöschen, um dem Leiden zu entkommen, begehrt man nur, nicht mehr zu begehren.
- Wer vor der Realität flieht, wird sie dennoch immer als einen Schrecken spüren.
- Das übermäßige Festhalten an Erinnerungen kettet uns an die Vergangenheit und an den Tod.
- Wenn du meditierst und deinen gewohnten Geist verlässt, wird sich das anfangs seltsam anfühlen, als würdest du den Verstand verlieren.
- Doch es ist herrlich, mit Freude und Liebe auf all das zu blicken, woraus wir gemacht sind.
- Wenn du meditierst und deinen gewohnten Geist verlässt, wird sich das anfangs seltsam anfühlen, als würdest du den Verstand verlieren.
Meine 5 Handlungsaufforderungen
- Vergiss die Geschichten der Vergangenheit, denn sie sind längst vorbei!
- Richte deinen Blick auf das Ich, das du jetzt in diesem Moment bist!
- Nutze Methoden und Lehren nur als Werkzeug, aber schultere das Boot nicht, wenn du das andere Ufer erreicht hast!
- Wenn die Tür offen ist, brauchst du den Ziegelstein nicht mit hineinzunehmen!
- Suche Antworten nicht auf intellektuelle Art und Weise!
- Dringe stattdessen über den inneren Weg in deine eigenen Empfindungen und dein Bewusstsein vor!
- Lass dich aus deiner Selbstsucht entlassen und verwandle sie in Altruismus!
- Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren – wer es aber verliert, der wird es finden!
- Hüte Erinnerungen nicht wie einen Schatz, der dich an Vergangenes kettet!
- Erfasse das Geheimnis der Einheit der Welt mit der Haltung eines Erwachsenen und werde endlich wirklich erwachsen!
Fazit: Eine einfache und interessante Einführung in den Buddhismus
„Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts bietet auf rund 130 Seiten einen kompakten und leicht verständlichen Einstieg in die Grundlagen des Buddhismus. Das Buch aus dem Anaconda Verlag vereint sechs Vorträge beziehungsweise Essays, die nach dem Tod des Autors zusammengestellt wurden und sich mit den indischen Wurzeln des Buddhismus, seinen zentralen Lehren und seiner Entwicklung beschäftigen.
Im Mittelpunkt stehen die Unterschiede zwischen Buddhismus und Hinduismus, die Bedeutung des Mittleren Weges sowie die Frage, ob der Buddhismus eher als Religion oder als praktische Lebensphilosophie verstanden werden sollte. Dabei erläutert Watts grundlegende Konzepte wie die Vier Edlen Wahrheiten, den Achtfachen Pfad, die Rolle des Egos, Meditation, Erleuchtung und die Überwindung von Dualität.
Immer wieder zieht er Vergleiche zu anderen religiösen Traditionen, insbesondere zum Christentum, und verdeutlicht die buddhistische Betonung der unmittelbaren Erfahrung gegenüber rein theoretischen oder dogmatischen Vorstellungen.
Durch seine verständliche Sprache und die überschaubare Länge eignet sich das Buch besonders für Leser und Leserinnen, die sich erstmals intensiver mit buddhistischem Denken beschäftigen möchten. Wer eine leicht zugängliche Einführung in die wichtigsten Prinzipien, Hintergründe und Sichtweisen des Buddhismus sucht, findet mit dem Buch „Die Weisheit der Berge“ von Alan Watts einen informativen und anregenden Einstieg. – Daher kann ich das Buch vor allem im Bereich Selbst sehr empfehlen!
Deine Meinung zum Buch "Die Weisheit der Berge" von Alan Watts
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Hinweise zur Buch-Review "Die Weisheit der Berge" von Alan Watts:
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